Geschichtlicher Überblick
Auszug aus (Kunst in Rheinland-Pfalz 1948 - 1998):
Franz-Josef Heyen

"Aspekte aus der Geschichte des Berufsverbandes"

"Der Landesberufsverband bildender Künstler Rheinland-Pfalz
ist ein rechtsfähiger Verein an dem Sitz der Landesregierung Rheinland-Pfalz, z.Zt. Koblenz. Seine Eintragung soll in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Koblenz erfolgen."
So steht es in der Satzung dieses Landesberufsverbandes, die das Datum "Mainz, den 28. November 1948" trägt. Die Abkürzung lautete zunächst LBK, (Landesberufsverband Bildender Künstler), seit 1958 BBK (Berufsverband Bildender Künstler). Das hatte seinen Grund darin, daß mit Datum "Kaiserslautern, den 30. November 1958" der Einzugsbereich dieser Satzung um die Künstler des Saarlandes erweitert wurde und somit der Bezug auf das Land Rheinland-Pfalz um das Saarland erweitert werden mußte. Im Saarland hatten die bildenden Künstler nämlich nach der Volksabstimmung über das Saarstatut vom 23. Oktober 1955 bzw. nach dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland
zum 1. Januar 1957 zunächst keinen eigenen (Landes-) Berufsverband bilden wollen, sondern waren dem LBK Rheinland-Pfalz beigetreten. Als sich dann 1960 unter Albert Bohn ein "Berufsverband bildender Künstler des Saarlandes" konstituierte, kam es zu einer Spaltung, indem die "Landesgruppe Saarland" weiter im gemeinsamen BBK Rheinland-Pfalz/Saarland verblieb (MB 7.1961 Heft 1 u. 3) und z.B. auch in dessen Mitteilungsblatt einen Eigenbeitrag "Brief von der Saar" veröffentlichte (MB 12.1965 Heft 3 u. 4). Schließlich kam es dann doch zur Trennung, so daß auf der Jahreshauptversammlung des BBK Rheinland-Pfalz vom
22. Juni 1974 die Nennung des Saarlandes als Teil des Einzugsbereichs wieder rückgängig gemacht wurde. Man beließ es nun aber bei der Abkürzung BBK.
Die Eintragung ins Vereinsregister (zunächst am Sitz der Regierung in Koblenz) war nach einer Notiz von April 1949 bis dahin unterblieben, weil man kein Geld für die Bezahlung der Gebühren hatte (K Best. 910 Nr.3155), und so blieb es dann auch bis zur Eintragung ins Vereinsregister in Mainz am 17. Oktober 1952. ....

Zum Bundesverband Bildender Künstler (der ebenfalls die Abkürzung BBK führt) stand man nur in loser Beziehung; man wollte nicht als Teilverband dieses Dachverbandes auf Bundesebene gelten, wobei zumindest zeitweise die Nähe des Bundesverbandes zur Gewerkschaft (dazu unten) eine Rolle spielte. Als man aber am 12. April 1978 ausdrücklich eine Zugehörigkeit zum Bundesverband aufkündigte, konstituierte sich aus Teilen der rheinland-pfälzischen Künstlerschaft 1979 eine "Sektion Rheinland-Pfalz" im Bundesverband, seit 1981 mit eigener Satzung ebenfalls als eingetragener Verein. Dieses für die Repräsentanz der bildenden Künstler in der Öffentlichkeit und gegenüber staatlichen wie kommunalen Stellen gewiß abträgliche Nebeneinander eines "BBK=Berufsverband Bildender Künstler Rheinland-Pfalz" und eines "BBK=Bundesverband Bildender Künstler; Sektion Rheinland-Pfalz", konnte erst - nach zähen Fusionsgesprächen seit Dezember 1992 - 1995 dadurch überwunden werden, daß beide Verbände sich (als eingetragene Vereine) auflösten und gemeinsam ein neuer Verein gegründet wurde, der nun den Namen "Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Rheinland-Pfalz im Bundesverband e.V." führt. Dessen Satzung wurde am 27. Mai 1995 von der Mitgliederversammlung beschlossen und im Vereinsregister in Mainz eingetragen.